Vor 1967

In der Gemeinde Perkam gab es immer schon sportbegeisterte Bürger, vor allem Anhänger des Fußballsports. Leider gab es hier, wie in vielen anderen Landgemeinden keine Sportplätze, auch keinen organisierten Sportverein. Im Sommer wurde von den Schülern und Jugendlichen auf abgeernteten Wiesen Fußball gespielt. Um richtige Fußballspiele zu sehen, musste man nach Straubing fahren.
 
Erst nach 1945, also nach dem zweiten Weltkrieg, hielt der Sport und damit der organisierte Fußball auf dem Lande Einzug. Überall wurden Sportplätze errichtet und Sportvereine, Fußballvereine gegründet. Obwohl die ältere Generation nicht unbedingt für den Sport war, tat sich auch in Perkam etwas.
 
Die jungen Leute unter der Federführung des jungen Landwirtes Hermann Brückl, bildeten eine Sportgemeinschaft. Sie bestellten einen Raupenbagger, der nahe der Bablmühle und der Laber eine gemeindliche Ödfläche zu einem Spielfeld einebnete. Die Maßnahme fand im Jahre 1946, also vor der Währungsreform statt. Die Lohnkosten musste daher mit Lebensmitteln bezahlt werden. Leider musste man nach der Fertigstellung erkennen, dass die Fläche für keinen Sportplatz geeignet war. Man verhandelte mit vielen Landwirten, um evtl. Pachtweise ein Grundstück zu bekommen. Der Landwirt Wilhelm Stoppelkamp überließ seinen Acker am Ortsausgang in Richtung Oberharthausen. Nun war der Weg frei für die Gründung eines Sportvereins.
 
Im Jahre 1947 entstand in Perkam erstmals ein Sportverein. Der aktive Vorstand Hermann Brückl verstand es, aus Perkam und tier Umgebung, sogar aus Straubing, gute Spieler in den Sportverein Perkam einzubinden. Zur Mannschaft zählten unter anderem

Hermann Brückl, Perkam, Rudolf Haslbeck und Rudolf Rapps, Frauenhofen, die Brüder Josef und Jakob Kainz, Hirschling, Xaver Wallner, Oberharthausen, Otto Haller, Gunting, Max Hierlmeier, Pönning, Ludwig Irrgang, Manfred Gärtner und Oskar Krehbiel, Pilling, Ludwig Lachenschmid, Radldorf

und einige Spieler aus der Stadt Straubing. Die Mannschaft des Sportvereins Perkam wurde in die Spielergruppe Straubing (C- Klasse) eingeordnet. Bis zur Bespielbarkeit des gepachteten Platzes mussten die Punktespiele auf Wiesen oder auf den Plätzen der Gegner ausgetragen werden.
 
Zur Einweihung des Sportplatzes in Perkam war der Nachbarverein, der Sportverein Geiselhöring, zu Gast. Unter äußerst schlechten Bodenverhältnisses, ausgiebige Regenfälle hatten den Boden aufgeweicht, konnte Geiselhöring mit einem 1:0 niedergerungen werden. In den Jahren des Bestehens merkte man, dass Hermann Brückl als Vorstand, Spielführer und Trainer, überfordert war. Zu dessen Entlastung wählte man den Bäckermeister Hans Krieger, Pilling, zum Vorstand. Man musste auch feststellen, dass so ein Sportverein mit hohen Kosten verbunden war. Die Perkamer Vereine hielten Veranstaltungen ab, spielten Theater und aus den Erlösen daraus finanzierte man den Spielbetrieb des Sportvereins.
 
Im Februar 1950 hielt die Dorfgemeinschaft Perkam eine Faschingshochzeit ab. Man rechnete mit einem hohen Gewinn, der dann auch dem Sportverein zugute gekommen wäre; leider musste man feststellen, dass nichts übrig blieb. Hinzu kam, dass der Initiator Hermann Brückl krank wurde und seine Ämter niederlegen musste. Der Abgang Brückls und die finanziellen Schwierigkeiten brachten dann im Jahre 1950 das frühe Ende des Sportvereins. So kurz nach der Währungsreform fehlte das Geld und die notwendige Unterstützung der Mitglieder; auch fehlte die Erfahrung, so einen Sportverein krisensicher zu führen.